Ob dies hier der Welt noch gefehlt? Wer weiß. Das Berliner Startup „6 Wunderkinder“ ist durch den wirklich sehr schönen Taskmanager „Wunderlist“ berühmt geworden (sowie die Tatsache, das Ashton Kutcher ins Unternehmen investiert hat). Nun folgt der zweite Streich: Das „Wunderkit“ das als „Software als Service“ jetzt im Betatest läuft, ist ein Hybride aus einem Twitter-ähnlichen Interface mit Timeline (s. Video oben) und einer Aufgaben- und Projektverwaltung – allerdings sehr eingedampft und auf gar keinen Fall mit so etwas ausgefuchstem wie MS Project vergleichbar.
Natürlich ist der Hintergedanke ein sehr Social-Network-mässiger, nämlich: Verwalte auch Deine „privaten“ Projekte auf „soziale“ Art. Im Beispiel oben ist das etwa das Projekt „in Urlaub fahren“, wo ich nun z. B. meiner Partnerin via Wunderkit die Aufgabe „Flugtickets kaufen“ zuweisen kann.
Das kann man jetzt doof finden, wenn man möchte. Andererseits: Diejenigen Social-Network-Ideen, die NICHT etwas abbilden, das man im Prinzip auch direkt auf Facebook erledigen könnte, sind derzeit zunehmend rar gesät. Ich kann mir jedenfalls durchaus vorstellen, dass die Idee Kreise zieht.
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Tags:6Wunderkinder, Ashton Kutcher, Facebook, Microsoft Project, Online Communities, Projektmanagement, Social Media, Social Network, Timeline, Twitter, Wunderkit, Wunderlist
Es gibt also doch intelligentes Leben im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – auch wenn man das fast nicht mehr geglaubt hätte. Wie ich darauf komme?
Nun: Heute abend steht ja die erste Sendung von Thomas Gottschalks neuem Format „Gottschalk live“ auf dem Programm. Die Branche ergeht sich schon seit Tagen in einer Mischung aus Vorfreude und vorauseilender Häme. Sicherlich ist die Frage sehr spannend, ob Gottschalk es nochmal packen wird mit einem Format, das es so im deutschen Farbfernsehen noch nie gegeben hat.
Aber mich interessiert noch etwas anderes: Nämlich die Frage, ob die ARD es schafft, mit einem so neuen Format (bei dem Kosten offenbar noch weniger eine Rolle spielen als sonst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk) vielleicht auch ein Stückchen in die Zukunft des Fernsehens zu schauen.
Und danach sieht es tatsächlich aus.
Mein stärkstes Indiz dafür ist die Art, wie die ARD (genauer gesagt: Die Produktionsfirma Grundy Light Entertainment) mit Social Media umgeht. Offenbar gibt es in der Gottschalk-Redaktion einen Social Media-Beauftragten. Auf jeden Fall aber gibt es eine sehr schöne Facebook-Seite, die zeigt, dass einige Leute hier einiges verstanden haben.
Zwar steht natürlich der Original-Trailer zur Sendung auf Facebook – aber immerhin von Vimeo und nicht von irgendeinem ARD-Portal. Aber die Hauptsache ist eigentlich: Facebook wird hier genutzt, wie es sich gehört – nämlich für zusätzliche Inhalte. Es gibt einen kleines „Tommy-Countdown“-Eckchen mit kurzen Videos (in der Regel 30 Sekunden), in denen Promis Thomas Gottschalk ihre Glückwünsche für den Start übermitteln. Das ist witzig, das ist hemdsärmelig und überhaupt nicht Ex Kathedra (was man ja von der ARD durchaus befürchten könnte), vor allem aber ist es mediengerecht. In dieselbe Kerbe schlagen diverse „Making-Of“-Videos, darunter zum Beispiel ein Interview mit Klaus, dem Klimatechniker, der gerade das neue Gottschalk-Studio ausbaut.
Alles in allem: Prima gemacht, weiter so, ARD!
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Tags:ARD, Facebook, Facebook-Seite, Gottschalk, Social Media, Social Network, Thomas Gottschalk
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Das hier ist nichts weniger als eine Revolution: Seit vorgestern gibt es die kostenlose Software „iBooks Author“ von Apple (in der Diashow oben sieht man Screenshots und das fertige Produkt am iPad), mit der sich in der Anmutung von Pages oder Keynote elektronische Bücher erstellen, die man dann über den „iBook-Store“ von Apple verteilen oder verkaufen kann. Im Gegensatz etwa zum „Kindle Direct Publishing“ von Amazon, bei dem man im Prinzip eine Word-Datei hochlädt, die dann eher schlecht als recht ins Kindle-Format gewandelt wird, arbeitet man hier im nativen iBooks-Format.Und das kann richtig viel: Text, ja, klar. Aber damit beginnen die Möglichkeiten gerade erst. Man kann natürlich farbige Fotos einbinden (und anders als beim Kindle werden die auch bunt angezeigt), auch Videos sind im Prinzip kein Problem – aber Achtung: Die Filme müssen unbedingt im Apple-eigenen Quicktime-Format vorliegen. Nicht einmal bei diesem Format funktionieren alle Varianten und Auflösungen auf Anhieb. Hier sollte man einfach solange herumprobieren, bis es geht. Dassselbe gilt für Audio: Anstandslos funktionieren nur im iTunes-Store gekaufte Stücke, die im „m4a“-Format vorliegen – allerdings sind genau diese Stücke in aller Regel urheberrechtlich geschützt, so dass man sie nicht einfach in eigene Bücher einbinden kann. Das populäre mp3-Format ließ sich jedenfalls in meinem Test nicht einbinden.
Über die „Widgets“-Schaltfläche in iBooks Author erschließt sich ein bunter Strauß an Möglichkeiten: Hierzu zählen „Umfragen“ (die man hier gut zur Lernzielkontrolle in Schulbüchern einsetzen kann) lassen sich ebenso einfach zusammenklicken wie sehr hübsche Bildergalerien oder interaktive Grafiken, also Bilder mit Beschriftungen.
Das Ergebnis der Bemühungen kann man sich über den „Vorschau“-Knopf als fertiges iPad-Buch generieren lassen – anzeigen kann man es allerdings nur auf einem echten (Hardware-)iPad, das am Rechner per USB angeschlossen ist (in der Diashow unten sieht man, wie das fertige iBook dann aussieht). Für die Verteilung über den iBook-Store muß man sich bei Aplle registrieren, für den Verkauf von Büchern braucht man leider eine US-Steuernummer, die zwar prinzipiell auch für Ausländer erhältlich ist – aber der Anmeldeprozeß dazu ist alles andere als intuitiv.
Insgesamt muß sich nun wirklich jeder andere inklusive Adobe und Quark sehr warm anziehen, der noch eine kostenpflichtige Software für die Erstellung von multimedialen E-Books anbietet: So einfach und reibungslos, dabei gleichzeitig so ansehnlich kann es außer Apple offenbar niemand.
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Lange hat´s gedauert, aber nachdem Twitter schon zum Jahreswechsel auf einigen Servern sein neues Layout freigeschaltet hat und auch der mobile Client überarbeitet wurde, habe ich jetzt „endlich“ auch auf dem stationären Rechner mit meinem Account Zugriff auf das neue Erscheinungsbild von Twitter.
Ich bin sehr wenig begeistert. Warum man die Marginalleiste und das Fenster mit der Timeline unbedingt rechts-links-mässig vertauschen mußte, ist mir völlig unklar (NB: War es nicht ganz am Anfang schon mal „so rum“???). Jedenfalls bietet diese Anordnung keinerlei Vorteil gegenüber der alten.
Richtig schlimm ist aber etwas, das auch im mobilen Client schon so umgesetzt wurde: In der Timeline stehen jetzt nicht mehr die Accountnamen vorne, sondern die „richtigen Namen“ – vermutlich in einem Anfall falsch verstandenen vorauseilenden Gehorsams gegenüber Facebook und Google+. Twitter allerdings lebte in der Vergangenheit – zumindest aus meiner Sicht – geradezu von den witzigen Accountnamen und der Tatsache, dass diese das einzige waren, woran man einen User direkt in der Timeline identifizieren konnte. Das neue System macht Twitter für mich erstmal unbenutzbar. I am not amused.
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Die jüngste Geschichte unseres Bundespräsidenten Wulff braucht man ja nicht mehr zu referieren, die Fakten (und viele Vermutungen) liegen auf dem Tisch. Die aktuelle „Spiegel“-Headline „In Amt und Würden“ spitzt wunderbar zu, worum es geht – nämlich die Glaubwürdigkeit des Präsidenten und letztlich die Würde des Amtes. Das hat viel damit zu tun, wie die Öffentlichkeit ihren Präsidenten so wahrnimmt – es gibt eine Reihe von Fragen im Volke. Eine studentische Initiative macht jetzt vor, wie man diese Fragen auf möglichst direktem Wege an den hohen Herrn (bzw. dessen Büro) weiterleiten kann: Die Website „direktzu.de“ hat einen neuen Ableger mit dem Namen des Bundespräsidenten Christian Wulff bekommen. Da kann man als ganz normaler User direkt seine Fragen loswerden, und sie werden (zumindest hat man den Eindruck, wenn man die Seite besucht) auch tatsächlich bearbeitet. Beantwortet ist indes noch keine…
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Ganz neu auf dem Markt ist das Stereo-Kondensatormikrofon „iM2″ von Tascam für das iPhone von Apple. Ich habe mir das Ding angeschafft und getestet.
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Die neue „Süddeutsche.de“
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Die armen Kollegen in München: Den Relaunch einer großen Website wie der „süddeutsche.de“ auf den Jahreswechsel zu legen, grenzt an Folter: Üblicherweise wird es ja zum Projektende hin immer etwas hektisch – ich möchte nicht wissen, ob aus den Reihen der SZ-Onliner irgendjemand die Chance hatte, Weihnachten oder Silvester zu feiern. Aber so ist der Krieg, und das Ergebnis der Mühen ist nun online zu bestaunen.Die Macher selbst loben sich erstmal: Ordentlicher sei das alles, die Ressorts nun in einer festen Abfolge auf der Homepage vertreten. Ehrlich gesagt: Mir egal. Ich nutze eine Homepage, um schnell einen Überblick über die wichtigsten Themen zu bekommen. Und wenn im Sport gerade nichts los ist, will ich einfach keinen Sport lesen. Aber gut.
Gaaanz wichtig sind natürlich Social Media. Dass der neue SZ-Online-Chef Stefan Plöchinger auf seinem Twitter-Account gerade mal gute 600 Tweets vorzuweisen hat (was ihn als ziemlichen Anfänger auf dem Gebiet outet), läßt nicht unbedingt Gutes ahnen. Immerhin: Die SZ hat ihre Twitterei besser strukturiert als früher, es gibt nach dem Vorbild von Vorreitern wie etwa der Bahn AG verschiedene Accounts für verschiedene Bereiche, und offenbar kürzeln die Mitarbeiter ihre Tweets auch – sehr gut, denn nur so bekommt man mit, wer was geschrieben hat.
Ansonsten fällt mir wenig spektakuläres auf – mithin auch wenig, das wirklich „besser“ ist als in der alten Version. Interessant ist aber, welche Rolle derdiedas „Print“ auf der neuen Seite spielt. Hier hat man ein paar Ideen aufgegriffen, die sich schon vor über 10 Jahren als falsch herausgestellt haben. Zum Beispiel diese hier: Da liest man in der Marginalspalte der Homepage doch tatsächlich, was „morgen in der SZ“ steht. Liebe Leute: Das ist einfach Quatsch. Niemand will das wissen. Wenn die Themen wichtig sind, will ich sie HEUTE lesen, bitteschön. Nicht fehlen darf offenbar auch der Hinweis im Redaktionsblog, dass es auf der Website nicht „um die komplette tägliche SZ mit Hunderten Artikeln, Analysen, Hintergründen und viel Lesestoff handelt“, die man ja auch „ja auch digital kaufen“ könne. Nachdem man neuerdings selbst vom weltweiten Vorreiter der so genannten „Paywall“ im Zeitungsmarkt, der New York Times nämlich, in jüngster Zeit keine Erfolgsgeschichten mehr hört, zeigt auch dieses Detail eine gewisse Ratlosigkeit, wie denn nun online Geld zu verdienen sei. Wenn den schwäbischen Herrschern im Reich der SZ dazu nicht mehr einfällt als das, sehe ich zumindest grau.
Alles in allem: Es ist vieles neu an der Online-SZ (ach, stimmt ja: Auch der Umlaut im Titel zählt dazu!!!), aber wahrlich nicht alles besser.
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Sind wir doch mal ehrlich: Youtube war gestern. Warum? Weil es kein Live-Streaming kann. Schließlich leben wir heute in der Zeit der jederzeit-und-überall-mit-jedem-Kommunikation. Da ist der Zeitverzug, der durch das (wenn auch nur rudimentäre) Schneiden und Hochladen eines Videos bei Youtube schon zu groß.
Bisher habe ich für Live-Videos immer den Dienst Qik genutzt und war recht zufrieden – der einzige Wermutstropfen ist hier, dass Qik nur eine recht geringe Zahl von Videos (20) bei kostenlosen Accounts zuläßt, alles weitere kostet Geld („Qik Premium“ liegt derzeit bei $4,99 pro Monat).
Deshalb habe ich mir jetzt mal den Dienst „Bambuser“ näher angeschaut. Die App ist schnell heruntergeladen und konfiguriert, einloggen kann man sich ganz einfach mit dem Facebook-Account. Die wenigen Einstellungen lassen sich intuitiv bedienen. Mein Tipp wäre, das Häkchen bei dem Eintrag „automatically share your Videos to Facebook“ wegzumachen, denn das habe ich schon ganz gerne selber im Griff.
Ein erster Test hat ergeben, dass Bambuser wirklich leicht zu bedienen ist, man kann nichts falschmachen. Bei Standardeinstellung („mittlere Qualität“) sind die Videos durchaus ansehnlich, das Posten auf Twitter und Facebook klappte auf Anhieb. Was will man mehr? Der Vollständigkeit halber sei allerdings angemerkt: Auch Bambuser hat verschiedene Varianten von Premium-Accounts und langt hier sogar richtig zu: Der kleinste Account kostet schon € 99,- pro Monat, der größte € 499,-. Der Unterschied sind hier nicht nur die Zahl der User (im Sinne von Usern, die Videos hochladen dürfen), sondern vor allem die Zahl der „Viewing Hours“. Für den Hobbygebrauch reicht also der Gratis-Account völlig aus. Und übrigens: Bambuser-Clients gibt es auch für Android und Windows Mobile.
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Schöner als Twitterer @sechsdreinuller in seinem Account-Motto kann man es nicht sagen: Soziale Medien drehen sich zu einem nicht geringen Teil um sich selbst.
Sicher: Das berühmte Flugzeug auf dem Hudson River, der Aufstand in Ägypten, jener Twitterer, der unabsichtlich live über die Erschießung von Osama bin Laden berichtet hat – das alles sind Erfolgsgeschichten, die sich insbesondere um den Microbloggingdienst Twitter ranken. Allerdings: Wenn man böse ist, kann man diese Erfolgsgeschichten durchaus vergleichen mit Perlen in einem Misthaufen.
Aber ich bin ja nicht böse. Und sehe es ähnlich, wenn auch nicht ganz so krass wie @sechsdreinuller: Wer Twitter (und natürlich auch Facebook) exzessiv nutzt, wird mit viel Information konfrontiert. Manches davon macht Spaß, unterhält, fordert zur Gegenrede heraus. Aber ganz ehrlich: Oft geht auch einfach nur der Tag vorbei, und man hat sich wieder mal erfolgreich davor gedrückt, mit seiner Zeit irgendetwas sinnvolles anzufangen.
Es gibt hinreichend viele schöne Theorien (siehe Duncan J. Watts, Barabasi, Granovetter, Malcolm Gladwell und andere…), die erklären, wie und warum soziale Netzwerke so toll funktionieren. Aber ist es nicht interessant zu sehen, dass quasi sämtliche Veränderungen, die Facebook innerhalb der letzten Monate an seiner Plattform vorgenommen hat, das Ziel haben, Informationen besser zu filtern, zum User nur noch das Relevante durchzulassen, und Irrelevantes wegzufiltern? Ist es nicht spannend, dass Google+ von seinem ganzen Ansatz her darauf ausgelegt, die Verbreitung von Informationen granularer zu machen, genauer zu steuern, wer eine Information bekommt und wer nicht? Eben.
Schauen wir uns an dieser Stelle doch mal das „echte“ soziale Leben an, so wie es seit Jahrtausenden stattfindet: Man hat Familie, man hat ein paar enge Freunde und ein paar mehr eher weitläufige Bekannte. Je enger die Bindung, desto mehr kommuniziert(e) man mit den betreffenden Menschen – ganz einfach deshalb, weil man ihnen räumlich auch näher war und es keine Möglichkeiten gab, räumliche Distanz in Echtzeit zu überbrücken. Man könnte also die Behauptung aufstellen, dass in den letzten Jahrtausenden soziale Kontakte eine Funktion von räumlicher Nähe waren.
Das war sicher nicht immer gut, denn es funktioniert ja in beide Richtungen: Wenn jemand mir räumlich näher ist, ist er mir tendenziell auch sozial näher – aber wenn dieser jemand dann wegzieht, muß ich mehr oder weniger auch den Kontakt herunterfahren, ob ich will oder nicht. Wer einmal in Zeiten der Briefpost in eine jungen Dame in, sagen wir mal, Irland verknallt war, der weiß, was ich an dieser Stelle meine: Das Unterfangen ist ganz schön schwierig, wenn ein Brief für die einfache Strecke ca. drei Wochen braucht.
Insofern leben wir heute in einer schöneren Welt, denn räumliche Distanz hat als Determinante der Tiefe einer Beziehung ausgedient. Es ist natürlich toll, mit Leuten in Kontakt bleiben zu können, auch wenn die plötzlich in Berlin, Glasgow oder San Diego arbeiten. Es gibt dabei nur zwei Probleme:
- Über die Zeit steigt die Anzahl der Kontakte, die auf diese Art „gemanagt“ werden müssen
- Wenn die Distanz als „Filter“-Kriterium wegfällt – nach welchen Kriterien filtern wir dann?
Die Technik wird uns da nur bedingt weiterhelfen – die mehr oder weniger sinnlosen Versuche von Facebook, mit Hilfe von Automatismen zu einer „besseren“ Timeline zu kommen, sprechen da eine deutliche Sprache. Nein – wir müssen schon selber schauen, wie wir mit dem Problem klarkommen. Das Doofe ist nur, dass unser Gehirn für soziale Netze nicht gebaut scheint. Denn:
- Wir sind von Natur aus neugierig. In der „richtigen“ Welt ist das kein Problem, weil die hier maximal mögliche Informationsdichte genau die ist, die wir auch verarbeiten können. Die Sozialnetze aber überfüttern uns, und wir finden´s auch noch toll – weil wir nicht anders können.
- Wir leben von Lob, Wertschätzung und Anerkennung, das wissen wir nicht erst seit der Maslow´schen Bedürfnispyramide. Und was geben uns die Sozialnetze? „Likes“, „Favs“, „Retweets“ – also genau das. Auch hier können wir nicht anders, als immer weiter auf diese billigen Belohnungsmechanismen zu setzen. Obwohl es eigentlich nichts bringt.
Im Jahr 5 nach Twitter und Facebook stehen wir an einem interessanten Wendepunkt. Die Sozialen Netze – jedenfalls Facebook – sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Diejenigen, die den meisten Nutzen daraus ziehen (nämlich die „Heavy User“), haben sicher auch am meisten mit den Nachteilen zu kämpfen. Das geht soweit, dass derjenige, der wirklich in allen relevanten Netzen auf Ballhöhe bleiben will, den ganzen Tag über eigentlich nichts anderes zu tun braucht. Und wofür? Um auf Ballhöhe zu sein, also: L´Art pour l´Art. Ich bin gespannt, wie sich die Dinge von hier aus weiter entwickeln, und ob es vor allem wirklich nochmal jemandem gelingt, den Müll aus unser aller Timelines zu fischen. Dann, davon bin ich überzeugt, haben die Sozialnetze eine zweite Chance, wirklich sozial zu werden.
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Und wieder ein Thema, das sich aus dem Web „nach Facebook“ verlagert: Tabjuice ist das erste Shopping-System, das komplett innerhalb von Facebook läuft und dazu noch supereinfach zu administrieren ist. Im Bild links sieht man zum Beispiel den „Storefront Designer“, der über fertig vorgegebene Farbkombinationen die Optik des Shops steuert. Wer unbedingt will, kann natürlich alles auch noch „per Hand“ anpassen. Tabjuice ist natürlich (erstmal) kostenlos, man braucht nur einen Paypal-Account für die Bezahl-Abwicklung, und schon kann es losgehen. Eine super Sache!
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