24Jan10

So, jetzt testen wir mal Ping.fm


Eigentlich bin ich nicht zufrieden. Die Sicht war generell sehr schlecht, weil alle Tauchspots relativ nah am Sandstrand lagen, außerdem hatten wir starke Strömung. Da ist es sehr schwer, die Kamera ruhig genug zu halten. Aber, anyway, hier sind die Bilder.

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Jetzt mal bitte nicht die Nase rümpfen. Klar: In Port Louis werden Fisch und Fleisch (auch Geflügel) in Markthallen ohne Kühlung verkauft; das Ganze bei tropischen Temperaturen. Aber: Ich finde weder, dass es hier schlecht riecht (na ja: es riecht halt nach dem, was verkauft wird…), noch, dass es unhygienisch aussieht oder die ware verdorben wirkt. Im Gegenteil: Für mich ist so eine Markthalle (wie es sie ja übrigens in Spanien oder Südfrankreich ganz genauso gibt) wesentlich menschlicher als eine hundert Meter lange Supermarkttheke voller eingeschweißtem Hormonschwein.

Klar kann das jeder sehen, wie er oder sie will. Für mich bedeutet die Tatsache, Fleischfresser (und eben ganz bewußt nicht Vegetarier) zu sein, mich auch dem Anblick und dem Geruch toter Tiere zu stellen. Mehr als das: Ich findŽs gut, ich fühle mich hier wohl, ich könnte hier Tage verbringen. Wahrscheinlich sind es deshalb so viele Fotos…

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Eines gleich vorweg: Das mit Abstand Faszinierendste an Port Louis waren für mich die Markthallen. Dort habe ich mich die meiste Zeit herumgetrieben und wie ein Wahnsinniger fotografiert. Deshalb gibtŽs dazu demnächst noch eine eigene Bildergalerie.

Ansonsten zu Port Louis: Sympathisch, klein, wuselig, heiß. Natürlich sitzt die gesamte Inselregierung dort, deswegen darf auch die eine oder andere Statue von Queen Elisabeth nicht fehlen (schließlich waren es die Briten, die Mauritius 1968 in die Unabhängigkeit entlassen haben; ihre doofen Steckdosen sind leider dageblieben…). Es gibt eine Mini-Chinatown, die muß man aber nicht gesehen haben.

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Friedhöfe finde ich immer spannend. Egal wo auf der Welt: Der Tod ist ja immer etwas sehr intimes, oft auch sehr tabubehaftetes. Und: Ich kenne keinen Friedhof (OK: außer vielleicht Pere Lachaise in Paris und jenes berühmte Eckchen des Highgate Cemetery in London), der speziell für Touristen aufgehübscht worden wäre. Deshalb erfährt man auf Friedhöfen immer viel über die Menschen eines jeweiligen Landstriches; vor allem darüber, wie man vor Ort mit dem Tod an sich umgeht. Auch, wie sich das unterscheidet zwischen arm und reich.

Deshalb habe ich Taxifahrer Dev gebeten, mir einen Friedhof zu zeigen. Zuerst war er erstaunt, diese Anfrage hatte er in 15 Jahren Touristen-Rumkutschieren angeblich noch nie. Aber dann, glaube ich, hat er verstanden.

Was man noch wissen sollte: Auf Mauritius gibt es sechs Hauptreligionen. Vier davon, nämlich Katholiken, Protestanten, Hindus und Tamilen, haben gemeinsame Friedhöfe. einen solchen sehen wir hier. Nur Muslime und Chinesen bleiben im Tod unter sich. Die muslimischen Friedhöfe sind außerdem für die Öffentlichkeit gesperrt.

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Heute war ich mit Taxifahrer Dev auf Mauritius unterwegs (er ist auf einigen Bildern drauf). Unsere erste Station war ein Tempel der tamilischen Minderheit auf Mauritius. Die Tamilen hier kommen allerdings nicht (was auch geographisch naheliegend wäre) aus Sri Lanka, sondern aus Tamilnadu im südlichen Indien. Ihre Tempel sind die buntesten und für meine Begriffe auch die fröhlichsten. Was ich vorher nicht wußte: Die Tamilen sind jene Religionsgemeinschaft, die einmal im Jahr gerne mal über glühende Kohlen schreitet (auf einem der Bilder sieht man Dev neben einem Stück verkohlter Grasnarbe…) oder sich die Zunge rituell mit einem Schwert durchbohren lässt – ohne jede Brandwunde, respektive ohne jedes Tröpfchen Blut.

Die tamilische Götterwelt ist der hinduistischen sehr ähnlich: Die Gottheiten Shiva, Visnu und Ganeesh spielen die Hauptrolle. Deshalb kannte sich Dev als Hindu auch sofort aus und hat mir viele Geschichten erzählt. Das meiste habe ich mir aber nicht merken können. Wer Näheres fundiert wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/Tamilen

Im Tempel hat uns ein tamilischer Priester sehr freundlich aufgenommen. Wir wurden gesegnet, dann bekam jeder von uns eine Banane geschenkt. Dann wollte der Priester Geld. Und mein europäisches Hirn hat natürlich sofort gedacht: “Abzocke-Alarm!”. Aber nein. Der Priester sammelt lediglich so zum Spaß Münzen aus aller Welt. Jetzt hat er auch Euros aus Deutschland.

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Eigentlich alles selbsterklärend. Nur eines: Das seltsame stachlige Ding auf dem Teller ist ein Seeigel – sehr lecker, obwohlŽs nicht so aussieht!

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1. Don´t be langweilig.

2. Don´t be aufdringlich.

3. Hallo? Twitter ist ein DIALOG-Medium!!!

4. Versuche, mehr für andere zu tun als für dich selbst!

5. Don´t be unfreundlich.

6. Don´t fühl yourself too wichtig.

7. Achte auf Retweets.

8. Be fleißig, aber nicht zu fleißig.

9. Be witzig, if you can. Otherwise don´t try to.

10. Oh, and generally just try to be nice to other people.

11. KEINE WETTERTWEETS!!!!!


Gregor WeberSie kennen Gregor Weber. Doch, ganz bestimmt. Wenn Sie meine Generation sind, jedenfalls. Gregor Weber hat nämlich den Sohn Stefan der grandiosen Fernsehserie “Familie Heinz Becker” gespielt. Heute sieht man ihnin der ARD als Hauptkommisar Deininger im saarländischen “Tatort”.

Was ich nicht wußte: Gregor Weber ist auch IHK-geprüfter Koch. Das hat er bei Kolja Kleeberg im Berliner “VAU” gelernt – ausgerechnet. Weber weiß also, was Sterneküche bedeutet. Und das weniger aus Sicht des Gastes, sondern eher aus dem Blickwinkel des Kochs.

Darüber hat er jetzt ein wunderwunderschönes Buch geschrieben.

Seine eigene Lehre spielt dabei nur eine Nebenrolle. Kurz (aber in sehr schöner Sprache) erzählt er diese Geschichte des Leidens, die eine Kochlehre offenbar immer ist.

Die anderen Kapitel behandeln jeweils ein “Praktikum” des Kochs Weber in ganz unterschiedlichen Küchen. Dabei sind:

  • Die Kombüse eines Zerstörers der Bundesmarine
  • Das integrative Restaurant des Münchner “Gasteig”, in dem Behinderte mit einbezogen werden
  • Einen Traditionsitaliener im Ruhrgebiet
  • Ein Drei-Sterne-Haus im Saarland
  • Die “dienstliche” Küche des Bundespräsidenten
  • und, und, und.

Das Schöne ist für mich: Hier geht es nicht wie in dem ähnlichen Buch “Heat” von Bill Buford nur ums Kochen, sondern auch um andere Dinge. Warum zum Beispiel die Bundeswehr pro Tag nur 3,10 für die Verpflegung ihrer Soldaten ausgeben will. Was es mit dem Bremer “Schafferessen” auf sich hat. Warum man gutes Essen nur aus guten Produkten machen kann. Und schließlich: Warum Kochen Krieg ist, aber ein Krieg mit ganz viel Liebe.

Also: Bitte kauft dieses Buch, wenn ihr gerne eßt oder gerne kocht. Es ist eine große Liebeserklärung an beides. Ich darf mal zitieren:

Wenn die Kette der liebevollen Aufmerksamkeit für das Produkt nicht reißt, vom Bauern über den Händler bis zum Koch, ob im Restaurant oder zuhause, dann gewinnen wir ein großes Stück idyllischen Einklang zurück, inneren Frieden und Freude. Wenn wir für die Menschen, die wir lieben, kochen, dann sollte das ein Akt derFreigiebigkeit sein und nicht der Eitelkeit. So ist es auch bei den guten Köchen da draußen. Sie schuften, um uns zu erfreuen.

Also, wer Lust hat, das Buch gibts hier bei Amazon.


Nils Bokelberg

30Dez09

Kennt Ihr den noch? Ich eigentlich auch nicht. Zur Erinnerung: Dieser Mensch hat uns schon auf Viva zu Tode genervt, als Stefan Raab noch hinterm Metzgereitresen stand. Und wißt Ihr, was das Schöne ist? Er nervt immer noch. Er kann auch nicht besonders gut schreiben.

Aber.

Er hat Ahnung von Musik. Deswegen schaut hier vielleicht doch mal rein, es gibt neben all dem nervtötenden Gelaber über “Gefühle” (Jajaja!!!) ein paar wirklich interessante musikarchäologische Ausgrabungsarbeiten. Also: Nils Bokelberg rulez!

Hier gehts zum Bokelberg-Blog

Und wer übrigens mals gucken möchte, wie der Herr Bokelberg heute aussieht (kleine Eigenwerbung für nordbayern.de): Hier gibt´s ein Video