Eines der größten Probleme von Google heißt: Amazon. Klar, denn schließlich ist der weiltweit größte Online-Händler bei Licht betrachtet nichts anderes als eine riesige Produkt-Suchmaschine mit angeschlossener Ladenzeile. Oder anders gesagt: Wer im Internet nach Produkten sucht, der sucht immer häufiger bei Amazon.

Das kann natürlich demjenigen Unternehmen nicht passen, dessen Kerngeschäft nun mal die Suche ist: Google nämlich. Deshalb unternimmt man nun immer mehr Anstrengungen, dem Rivalen auf möglichst vielen Feldern das Wasser abzugraben. Wie ein Artikel im Wall Street Journal jetzt sehr schön zusammenfast, laufen da etliche Handlungsstränge parallel.

Das begann vor einiger Zeit schon mit Dingen wie den Cloud-Computing-Services, die Amazon mehr oder weniger erfunden hat und die nun auch Google anbietet. Ein zentraler Teil der Bemühungen ist “Google Shopping”, das derzeit noch lange nicht die Reichweite von Amazon hat. Um das zu ändern, bietet Google nun in den USA nach dem Vorbild von Amazon Prime eine besonders schnelle Lieferung der auf Shopping bestellten Produkte an. Aber wo es bei Amazon frühestenfalls eine Lieferung am übernächsten Tag gibt (in einigen wenigen Städten wird am Folgetag geliefert), da verspricht Google, dass die bestellte Ware noch am selben Tag ins Haus kommt.

Da läuft also eine immens teure Materialschlacht. Der Hintergrund ist natürlich, dass Produktsuchen einen nicht geringen Anteil am Suchaufkommen insgesamt haben – aber vor allem: Anzeigen auf Produktsuchseiten sind für Google ein besonders gutes, mithin besonders schützenswertes Geschäft.

Ich finde sehr spannend, was da gerade passiert. Das Ganze ist für mich ein weiterer Aspekt des Kampfes der drei großen Internet-Giganten Google, Amazon und Apple. Mal schauen, wer gewinnt.


Die re:publica 2013 war bisher mein absolutes Highlight des Social-Media-Jahres 2013. Die Freunde von Buzzrank.de haben jetzt mal analysiert, wie sich die Veranstaltung in den Social Media ausgewirkt hat. Das Ergebnis haut einen schier um: Mehr als 10.000 Twitter-User haben Tweets zur Veranstaltung gesendet (offiziell waren “nur” gut 5.000 Leute anwesend!), mehr als 60.000 Tweets wurden pro Jahr gesendet, und über 1000 Millionen mal sind die Tweets in den Timelines anderer Nutzer aufgetaucht. Die re:publica ist damit mindestens auf Twitter ein veritables Großereignis. Die genauen Zahlen von Buzzrank gibt´s hier als hochauflösende Grafik.







Mein Kollege  Matthias J. Lange von redaktion42 und ich haben beim Frühstück vor der re:publica Ken  Gordon getroffen. Er arbeitet in Schottland für eine Organisation der EU und hat uns seine – sehr positiven – Eindrücke von der re:publica geschildert.



Bis Anfang dieses Monats wußte ich nur theoretisch, was “RoCur” eigentlich ist: “Rotation Curation”, so der englische Begriff, besagt folgendes: Ein Account in einem sozialen Netzwerk wird regelmässig von jeweils einem anderen Menschen betreut – also “rotiert” die “Betreuung” – et voila. Solche Initiativen gibt es bereits einige, zum Beispiel das von der bei Twitter als “@snoopsmaus” bekannten Romy Mlinsk initiierte Projekt “@wearehh” für Hamburg oder “@munichlovesu” für München.

Die CSU-Politikerin und bekennende Fränkin Doro Bär hatte jetzt die Idee, ähnliches auch für Franken auf die Beine zu stellen, und zwar unter dem Twitter- (und Instagram-)Account “@Frankenliebe“.

Anfang April durfte ich, wie gesagt, diese Accounts eine Woche lang betreuen. Dabei habe ich als allererstes festgestellt: Das ist richtig Arbeit. Neben den “normalen” Aktivitäten in den Sozialmedien, die bei mir ohnehin schon relativ viel Zeit kosten, mußte ich mir erstmal überlegen, was ich konzeptionell überhaupt machen will – und dann mußte ich es natürlich auch noch machen. Also: Wenn man sich mit einem RoCur-Projekt nicht blamieren möchte, muß man schon wirklich reinhauen. Das hätte ich im Vorfeld massiv unterschätzt.

Zweiter Lerneffekt: Man braucht die richtigen Werkzeuge. Das Twittern als “@Frankenliebe” hatte ich relativ schnell im Griff, weil ich auf allen Geräten, auch den mobilen, seit langer Zeit “Hootsuite” zur Betreuung aller meiner sozialen Netzwerke einsetze. In Hootsuite ist es sehr einfach, einen zusätzlichen Account zu konfigurieren. Hernach kann man dann den “neuen” Account übers gleiche Interface betreuen wie alle anderen, die man so laufen hat. Vor allem muß man nicht laufen umschalten, wie das etwa beim “normalen” Twitter-Account der Fall wäre.

Schwieriger war da schon Instagram, denn es ist mir keine App bekannt, mit der man hier ähnliches machen kann wie mit Hootsuite für Twitter. Also habe ich meinen privaten Instagram-Account kurzerhand einfach eine Woche lang stillgelegt, denn die Umschalterei nervt einfach kolossal.

Was habe ich noch gelernt? Naja: Wie sonst auch kommt es bei einem solchen Projekt nicht nur darauf an, möglichst viele Sachen zu posten. Ebenso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger ist es, einen Dialog mit den Followern anzustoßen und zu führen. Das ist mir in “meiner” Woche als @Frankenliebe für mein Gefühl nicht gut genug gelungen – aber vielleicht bin ich da zu ehrgeizig.

Ein letzter Punkt noch: Würde ich´s wieder machen? Unbedingt! Und ein Allerletztes: Auch von dieser Stelle nochmal viel Erfolg weiterhin für@Frankenliebe, es ist ein tolles Projekt!




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